
vom 02.01.2012
Übung: Brand in der Ludgerikirche
von Alexander Bitting
Coesfeld .
Der Junge, der von zwei Feuerwehrkräften aus dem Pfarrhaus St. Ludgerus
getragen wird, ist vollkommen erschöpft und hustet. Er wird vorsichtig
auf den Boden gelegt. "Mir tut mein Bein weh", sagt das Rauchopfer, das
im Pfarrhaus eingeschlossen war und gerettet werden musste. Die
Feuerwehrmänner rufen Rettungssanitäter, die sich um den Jungen kümmern
und ihn schließlich auf einer Rettungsliege abtransportieren. Die
Situation ist ernst und nichts erinnert in diesem Moment daran, dass es
sich nur um eine Übung handelt.
Die Feuerwehr Coesfeld hatte in Kooperation mit der Feuerwehr Reken,
welche die Unfallopfer darstellen, eine Brandübung in Realzeit
initiiert. Diese dient zur Überprüfung der Einsetzbarkeit der Feuerwehr
Coesfeld. Durch eine Gas-Verpuffung in der Ludgerus-Kirche ist das Feuer
auf den Dachstuhl übergeschlagen. Auch das angrenzende Pfarrhaus ist
völlig verraucht. Sowohl in der Kirche, der Bücherei als auch dem
Pfarrgebäude sind Personen eingeschlossen. Richard Schulze-Holthausen,
Leiter der Feuerwehr Coesfeld, alarmiert alle verfügbaren Einsatzkräfte
in Coesfeld. Nachdem Feuerwehrwagen, Rettungskräfte und die Polizei
eintreffen, bilden sich kleine Trupps, die sich aufteilen und auf
Anweisung ihrer Truppenleiter den Brand bekämpfen und die Opfer suchen.
Von den eingeschlossenen Brandopfern hört man aus Fenstern und
Kellerschächten immer wieder ein verzweifeltes "Hilfe!" nach außen
dringen.
Ausgestattet mit Atemschutzmasken dringen die Einsatzkräfte in die
Kirche und das Pfarrhaus ein. Die Stimmung ist hektisch, inzwischen ist
der gesamte Abschnitt der Loburger Straße durch Fahrzeuge blockiert und
abgeriegelt.
Niemand außer Bürgermeister Heinz Öhmann und Pfarrer Johannes
Hammans wusste von dieser groß angelegten Übung. "Mich riefen schon
Anwohner zuhause an, ob ich wüsste, dass mein Pfarrhaus brennt",
schmunzelt Hammans, der sich das Spektakel nicht entgehen lässt.
Aus dem Pfarrhaus schrillt das Piepen der Rauchmelder, immer wieder
bekommen die Einsatzkräfte Anweisungen über ihre Funkgeräte, die ganze
Straße ist in ein Meer von grellem Blaulicht getränkt. "Ihr müsst
gründlich suchen. Es wird immer noch eine Person vermisst!", weist ein
Truppenleiter seine Kräfte an.
Letztendlich werden aber alle vermissten Personen gerettet und die Übung
erfolgreich beendet.
Richard Schulze-Holthausen, der die Übung in Zusammenarbeit mit Winfried
Schmeing und Michael Großfeld geleitet hat, zeigt sich zufrieden: "Die
Feuerwehr Coesfeld hat alle Personen gerettet. Alle Einsatzkräfte haben
hervorragend gearbeitet und auch die Zeitvorgaben umgesetzt."
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Großeinsatz:
Die Feuerwehr probt den Ernstfall: Brand in der
Ludgeruskirche |
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Rettung über
den Balkon: Im Drehbuch der Übung steht, dass in der Kirche,
im Pfarrhaus und in der Bücherei Menschen eingeschlossen
sind.
Fotos: Alexander Bitting |
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Übergabe der
"Verletzten" an den Rettungsdienst. |
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