Feuerwehr Coesfeld

Aufatmen nach 50 Minuten

Um 14.20 Uhr ist der Spuk gestern vorbei, die beiden Zünder der 500 Kilo schweren Splitterbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurden entfernt, ohne Schaden anzurichten. Zwischen Stadtwaldallee und Markplatz ruhte das öffentliche Leben. 1700 evakuierte Anwohner kehrten erleichtert in ihre Häuser zurück.

COESFELD.  Gespenstische Stille. Kein Mensch, kein Verkehr auf der Straße. Doch um 14.20 Uhr ist die Gefahr durch die Zehn-Zentner-Bombe im Bereich Drachters Weg/Lange Stiege gebannt.

50 Minuten lang entschärfte der technische Einsatzleiter Karl-Friedrich Schröder gemeinsam mit seinen Teamkollegen Horst Schöwe und Barbara Bremmer das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg. Komplikationen gab es keine. „Trotz der ungünstigen Lage in fast vier Metern Tiefe und sehr viel Schmutz lag die Bombe so, dass Kopf- und Heckzünder zügig entschärft werden konnten“, erklärt Schröder. Jetzt ist das amerikanische Kampfmittel auf dem Weg ins Zwischenlager, wo es entsorgt wird. Ein Fall für das Stadtmuseum sei die Bombe wegen ihrer geringen historischen Bedeutung nicht: „Das ist für uns kein Thema“, so Beigeordneter Dr. Thomas Robers.

Zwar wäre der Verwaltung eine Entschärfung auf einem Sonntag lieber gewesen. Dies sei jedoch aus zweierlei Gründen nicht möglich gewesen. Nach Angaben der Bezirksregierung Arnsberg hätte man wegen des schwierigen Geländes unter Umständen zusätzliche Firmen hinzurufen müssen – unter anderem, um Wasser aus dem schlammigen Boden abzupumpen. Solche Unternehmen seien sonntags schwerer zu gewinnen. Zum anderen sei der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit nur acht Kräften für die drei Bezirke Münster, Arnsberg und Detmold tätig. „Wir brauchen den Werktag“, sagt Feuerwerker Schröder. „Wenn das Jahr 365 Sonntage hätte, würden wir auf einem Sonntag entschärfen.“

Somit mussten 1700 Menschen am Montagmorgen ihre Räumlichkeiten verlassen. Manche haben sich selbst um eine Unterkunft gekümmert, andere – wie die Bewohner des Seniorenzentrums Coesfelder Berg – fanden im Pictorius-Berufskolleg eine Bleibe. „Die Bevölkerung hat umsichtig reagiert und den Sperrbereich rechtzeitig verlassen“, lobt Bürgermeister Heinz Öhmann, der außerdem allen 400 beteiligten Helfern dankte. „Sie haben erfolgreich zusammengearbeitet und dafür gesorgt, dass die Spezialisten ihre Arbeit machen konnten.“

Sarah Kuhlmann und Florian Schütte

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