Feuerwehr Coesfeld

Löschwasserversorgung

Allgemeines

Die Stadt Coesfeld ist eine Kreisstadt im Münsterland, nahe der holländischen Grenze, ca. 35 km südwestlich von Münster. Das Stadtgebiet umfasst eine Gesamtfläche von ca. 14.100 ha. Die Bevölkerung beläuft sich auf rund 35.700 Einwohner. Die größte Ausdehnung des Einsatzgebietes beträgt auf der Achse Nord-Süd 16 km und auf der Achse Ost-West 13 km.
Neben der Stadt Coesfeld, dem Ortsteil Lette und den zwei großen Wohnsiedlungen Brink und Goxel, gehören zum Einzugsbereich der FF Coesfeld noch 18 Bauernschaften, die rund um die Stadt Coesfeld und dem Ortsteil Lette liegen. Innerhalb dieser Bauernschaften befinden sich z.Zt. ca. 1000 Einsatzobjekte (Gebäude), teils Wohnhäuser, teils Landwirtschaftliche Anwesen, teils Firmen oder sonstige Einsatzobjekte, wie z.B. Schulen, Gaststätten, Wohnheime für Asylbewerber oder Campingplätze. (Anmerkung: Es handelt sich hierbei nur um solche Einsatzobjekte, die von der Stadt Coesfeld eine Hausnummer erhalten haben. Objekte, wie z.B. Grillhütten oder freistehende Hütten auf einer Wiese, sind hier nicht berücksichtigt worden.)
Eine Wasserversorgung durch entsprechende Wasserversorgungsleitungen, wie im Stadtbereich, ist in diesen Bauernschaften kaum vorhanden. Dennoch muss auch hier der Brandschutz so gut wie möglich sichergestellt werden.
Damit auch in diesen Bauernschaften in einem Brandfalle, immer ausreichend Löschwasser für die Brandbekämpfung vorhanden ist, wurden von der FF Coesfeld hierfür spezielle Löschwasserversorgungspläne erstellt.

Grundlagen
Wie oben bereits erwähnt, befinden sich in den einzelnen Bauernschaften z.Zt. ca. 1000 Einsatzobjekte. Um in einem Brandfalle ausreichend Löschwasser für die Brandbekämpfung vor Ort zu haben, müssen im Voraus u.a. folgende Punkte bekannt sein:

  1. Wo befindet sich das Einsatzobjekt?
  2. Um welche Art des Einsatzobjektes handelt es sich?
  3. Wie viel Wasser wird evtl. bei einem Einsatz benötigt?
  4. Reicht das Wasser aus den Wassertanks der anrückenden Fahrzeuge aus, oder wird wesentlich mehr Wasser benötigt.
  5. Wenn mehr Wasser benötigt als mitgebracht wird, ist der Aufbau einer Löschwasserversorgung erforderlich und sinnvoll?
  6. Wenn ein Aufbau erforderlich ist, welche Fahrzeuge stehen hierfür zur Verfügung?
  7. Wo befindet sich die nächste Löschwasserentnahmestelle (LW-stelle)?
  8. Ist zu jeder Zeit genügend Löschwasser in dieser LW-stelle vorhanden?
  9. Ist diese LW-stelle jederzeit und mit den dafür vorgesehenen Fahrzeugen auch erreichbar?
  10. Wie weit ist die Entfernung von der LW-stelle bis zur Einsatzstelle?

Die Antworten auf all diese Fragen wurden von der FF Coesfeld erarbeitet und in den so genannten Löschwasserversorgungsplänen zusammengefasst. Diese Pläne befinden sich auf allen Fahrzeugen der FF Coesfeld.


 Zuordnung der Einsatzobjekte in die entsprechenden Bezirke
Die o.g. Einsatzobjekte werden unterschieden u.a. in Wohnhäuser, Landwirtschaftliche Anwesen, Firmen, Schulen, Gaststätten, Wohnheime für Asylbewerber oder Campingplätze.
Je nach Entfernung zwischen dem Einsatzobjekt und der „zuständigen Lw-stelle“ werden sie in vier Bezirken eingeteilt:

Bezirk Entfernung zwischen Einsatzobjekt und LW-stelle
Grünbezirk bis 500 m
Blaubezirk 500 m – 1.000 m
Rotbezirk 1.000 m – 1.500 m
Gelbbezirk über 1.500 m

Diese farbliche Zuordnung finden sich schriftlich in den Listen und farblich in den Löschwasserversorgungsplanen wieder.


Aufbau der Löschwasserversorgungspläne

Zu jeder Bauernschaft ist ein entsprechender Löschwasserversorgungsplan ausgearbeitet.
Sie bestehen aus folgenden Teilen:

1.Listen
1.1 Eine Liste der vorhanden Löschwasserentnahmestellen.
1.2 Eine Liste der jeweiligen Einsatzobjekte in dieser Bauernschaft, geordnet nach Alphabet.
1.3 Eine Liste der jeweiligen Einsatzobjekte in dieser Bauernschaft, geordnet nach Hausnummern.Einem Löschwasserversorgungsplan
2. Einen Löschwasserversorgungsplan


1. Allgemeines zu den Listen

1.1 Liste vorhandener Löschwasserentnahmestellen

  LW-Stelle Größe Lage und Bemerkungen
 1  2 3 4

1. Spalte für die Anmerkungen die am Ende einer jeweiligen Seite stehen.
2. Spalte für Art und Nummer der jeweiligen Lw-stelle.
3. Spalte für die evtl. Größe der Lw-stelle, falls bekannt.
4. Spalte für die Lage der Lw-stelle sowie für evtl. Besonderheiten.

1.2 Liste der Einsatzobjekte, nach Alphabet geordnet

Name,
Vorname
Haus-Nr. Objekt

Zuständige
LW-Stelle

Bezirk Reserve
LW-Stelle
Bezirk Bemerkungen Besonderheiten

1a

2a

3

4

5

6

7

8

1.3 Liste der Einsatzobjekte, nach Hausnummern geordnet

Name,
Vorname
Haus-Nr. Objekt

Zuständige
LW-Stelle

Bezirk Reserve
LW-Stelle
Bezirk Bemerkungen Besonderheiten

1b

2b

3

4

5

6

7

8

1a. Spalte für Name und Vornamen des/der Bewohner des jeweiligen Einsatzobjektes.
1b. Spalte für Name und Vornamen des/der Bewohner des jeweiligen Einsatzobjektes.
2a. Spalte für die Hausnummer des jeweiligen Einsatzobjektes.
2b. Spalte für die Hausnummer des jeweiligen Einsatzobjektes.
3. Spalte für die Art des Einsatzobjektes.
4. Spalte für die jeweilige „zuständige Lw-stelle“.
5. Spalte für die farbliche Zuordnung des Einsatzobjektes analog der Entfernung zum Lw-stelle.
6. Spalte für die jeweilige „Reserve Lw-stelle“.
7. Spalte für farbliche Zuordnung des Einsatzobjektes analog der Entfernung zum Lw-stelle.
8. Spalte für Bemerkungen und Besonderheiten.


2.1 Löschwasserentnahmestellen

Hier sind alle Löschwasserentnahmestellen (LW-Stellen), die in dieser Bauernschaft für eine evtl. Wasserentnahme bei einem Einsatz in Frage kommen, aufgelistet.
Die LW-Stellen werden unterschieden in drei Arten: H = Hydrant, S = Saugstelle, Z = Zisterne.
Weiterhin sind jeder Bauernschaft für die jeweiligen LW-Stellen 25 Nummern zugewiesen (z.B. Bauernschaft Brink: Hydranten H 1-25, Saugstellen S 1-25, Zisternen Z 1-25; Bauernschaft Berg: Hydranten H 26-50, Saugstellen S 26-50, Zisternen Z 26-50 usw.).
Die Bezeichnung für eine Lw-stelle setzt sich somit zusammen aus dem entsprechenden Buchstaben
(H = Hydrant, S = Saugstelle, Z = Zisterne) und der jeweiligen Nummer (1-25), z.B. H 102, S 123, Z 23. Diese Bezeichnung findet sich wieder in den Listen 2 und 3 sowie im eigentlichen Löschwasserversorgungsplan.


2.2 Beispiel für die Löschwasserentnahmestellen der Bauerschaft Brink

H = Hydrant S = Saugstelle Z = Zisterne

LW-Stelle Größe

Lage und Bemerkungen

  H 1 150-er Holtwicker Straße – B 474, an der linken Seite, kurz nach der Kreuzung Konrad-Adenauer-Ring/B 474/Holtwicker Straße
* H 2 100-er B 474, Höhe Straßeneinmündung Sirksfelder Weg
  H 3 400-er Wiedauer Weg, ca. 100 m nach der Straßenbrücke (Konrad-Adenauer-Ring/B 474) über den Wiedauer Weg (kurz nach der Zufahrt zum Anwesen Josef Grothues, Wiedauer Weg 59)
  H 4 400-er Wiedauer Weg, kurz nach den Bahngleisen Sirksfelder Weg (Höhe Wohnhaus Heinrich Peirick/Joachim Webers, Brink 2)
* H 5 100-er B 474, Höhe Zufahrt zur Gärtnerei Lenfert, Brink 16
* H 6 100-er Brockhuesweg (Siedlung Brink), Höhe erste linke Sackgasse
* S 6   Felsbach, Straßenbrücke, Höhe Zufahrt zum Anwesen Alfons Bücker, Brink 47
Achtung: die Lw-stelle befindet sich an der zweiten Straßenbrücke
Achtung: Ölsperre D 1, – Staubohlen D 1, sowie Ring- und Rohrdichtkissen an der FW Coesfeld vorhanden
  S 78   Berkel, Straßenbrücke Waldstraße
  S 80   Berkel, Straßenbrücke Wirtschaftsweg, kurz nach dem Anwesen Karl Schulze Hüning, Gaupel 15


3. Löschwasserversorgungsplan

In diesem Plan sind alle Einsatzobjekte und LW-Stellen eingezeichnet, die auch in den jeweiligen Listen aufgelistet sind.
Die Einsatzobjekte sind durch farbliche Kästchen dargestellt. Kleine, farbliche Kästchen wurden für kleine Einsatzobjekte, wie Wohnhäuser, verwendet, große, farbliche Kästchen für größere Objekte, wie Landwirtschaftliche Anwesen, Firmen, Schulen, Asylbewerberwohnheime oder Campingplätze
Die LW-Stellen sind durch rote Kreise dargestellt. Im Kreis befindet sich ein Buchstabe, je nach Art der Wasserentnahmestelle. Unter dem Kreis befindet sich die Nummer der jeweiligen Lw-stelle.
Zusätzlich sind noch einige Anhaltspunkte, wie Straßennamen, Fluss- und Bachnamen, sowie besonders, markante Punkte, wie z.B. „Sieben Quellen“ oder „Große Kapelle“ in diesem Plan eingezeichnet. Des weiteren ist versucht worden, einen Teilausschnitt von der Stadt Coesfeld oder vom Ortsteil Lette in jedem Plan mit einzuarbeiten. Alle diese Angaben sollen als Anfahrts- und Orientierungshilfe für die Einsatzkräfte dienen.
Wie aus den o.g. Listen zu ersehen ist, ist jedem Einsatzobjekt mindestens eine so genannte „zuständige Lw-stelle“ und, wenn erforderlich, eine „Reserve Lw-stelle“ zugewiesen worden. Diese Zuordnung erfolgt auf Grund der Entfernung und Erreichbarkeit zwischen der „zuständigen Lw-stelle“ und dem Einsatzobjekt (siehe: „Zuordnung der Einsatzobjekte in die entsprechenden Bezirke“).
Die jeweilige „zuständige Lw-stelle“ und sämtliche Einsatzobjekte, die dieser Lw-stelle zugeordnet sind, bilden einen Bereich, der durch dicke, rote Linien kenntlich gemacht worden ist. In einigen dieser Bereiche sind mehrere LW-Stellen eingetragen. Deshalb ist es immer erforderlich, sich erst die entsprechende Liste durchzulesen, welche Lw-stelle für welches Einsatzobjekt in Frage kommt. (Eintragung Lw-Plan).


Die FF Coesfeld verfügt in ihrem Fahrzeugpark u.a. über zwei LF 16 TS und einem SW 2000. In allen Bauernschaften wird, für den Aufbau einer Löschwasserversorgung über „lange Wegstrecke“, im Normalfall, von der FF Coesfeld ein LF 16 TS und der SW 2000 eingesetzt. Beide Fahrzeuge sind an der Feuerwache stationiert
Der Aufbau der Löschwasserversorgungsleitung ist so ausgelegt, dass die Förderung von Löschwasser bei diesen Entfernungen zwischen den einzelnen Kraftspritzen, selbst bei Steigungen, ohne Probleme möglich ist.
Während die nach der AAO alarmierten und ausrückenden Fahrzeuge direkt zur Einsatzstelle fahren, fahren das LF 16 TS und der SW 2000 immer die „zuständige Lw-stelle“ oder, falls erforderlich, die „Reserve Lw-stelle“ an. Von dort wird, in Absprache mit dem Einsatzleiter an der Einsatzstelle, zuerst eine Löschwasserversorgungsleitung (eine B-Leitung) entsprechend der Vorgabe aufgebaut (siehe nächste Seite). Wenn erforderlich, so kann bis zu einer Entfernung von 1000 m noch eine zweite B-Leitung aufgebaut werden.
Die Wasserversorgung ist ein eigenständiger Abschnitt innerhalb eines Einsatzes. Er arbeitet im 2 m-Funk auf einem eigenen Kanal. Verantwortlich für diesen Abschnitt ist der „Abschnittsleiter Löschwasser“. Er steht ständig in Verbindung mit der Wasserversorgung und dem Einsatzleitwagen „ELW“.

Friedhelm Jebing

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