Fahrlässige Brandstiftung durch unsachgemäßen Umgang mit Feuer
Von Christine Tibroni
Allgemeine Zeitung Coesfeld vom 06.02.202602.2026
COESFELD. Das war ein Schreck für Matthias Rulle, Geschäftsführer des Brauhaus Stephanus, und die Nachbarn des Gasthauses am Overhagenweg: Mitten in der Nacht schlug gestern gegen 4 Uhr die Brandmeldeanlage im Dachbereich des Brauhauses Alarm und rief die Feuerwehr Coesfeld mit 35 Einsatzkräften auf den Plan. Die schickte zunächst zwei Trupps (vier Personen) unter Atemschutz zur Erkundung in das Dachgeschoss, die einen Schwelbrand im Dachstuhl feststellten und lokalisierten. „Wir haben dann die Dachhaut an der betreffenden Stelle von innen und außen geöffnet, das Brandgut entfernt und draußen abgelöscht“, berichtete gestern auf Anfrage Christoph Bäumer, Leiter der Feuerwehr Coesfeld, der selbst in der Nacht vor Ort war. Anschließend sei ein Hochleistungslüfter zur Lüftung des Dachbodens eingesetzt worden. Die Drehleiter, die laut Christoph Bäumer sicherheitshalber in Stellung gebracht worden war für den Fall, dass es zu einer Durchzündung kommen würde und man sehr schnell hätte handeln müssen, wurde zum Glück nicht gebraucht. Personen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden.
Nach etwa zwei Stunden war der Feuerwehreinsatz beendet, und die Einsatzstelle wurde zur Ermittlung der Brandursache an die Polizei übergeben. Sascha Kappel von der Pressestelle der Polizei Coesfeld teilte gestern mit, dass „fahrlässige Brandstiftung durch unsachgemäßen Umgang mit Feuer“ als Ursache für den Brand ermittelt worden sei. Der Sachschaden sei gering, eine konkrete Zahl wurde nicht genannt.
Der Betrieb des Brauhauses lief gestern ganz normal weiter, wie Carolin Rulle gegenüber unserer Zeitung berichtete. Der Dachboden werde normalerweise als Lagerraum genutzt, war aber bereits geräumt, weil das Dach aktuell saniert werde. Die Unternehmerin war froh, dass der Brand so glimpflich ausgegangen war. Das Brandschutzkonzept des Betriebs habe gut funktioniert, „und die Feuerwehr war sehr schnell vor Ort und hatte die Lage sofort unter Kontrolle. Dafür sind wir sehr dankbar“, so Carolin Rulle.
