Feuerwehrgerätehaus Lette wird deutlich teurer
Von Jule Müller
Allgemeine Zeitung Coesfeld vom 10.10.2026
LETTE .Das neue Feuerwehrgerätehaus in Lette wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Mittlerweile rechnet die Stadt mit Kosten von fast acht Millionen Euro. Neben gestiegenen Baukosten und einer zu niedrigen ursprünglichen Kalkulation spielen auch zusätzliche Anforderungen wie ein geplanter Serverraum eine Rolle.
Die Kostensteigerung erklärt sich vor allem durch die zunächst nur grobe Kostenschätzung, die im weiteren Planungsverlauf konkretisiert wurde. Ein üblicher Vorgang bei neuen Projekten, so die Verwaltung. Während im Juli 2024 noch rund 5,14 Millionen Euro veranschlagt wurden, stieg der Ansatz für den Haushalt 2025 unter Berücksichtigung üblicher Baupreissteigerungen auf 5,76 Millionen Euro. Eine detailliertere Kostenschätzung im März 2026 ergab schließlich rund 6,58 Millionen Euro.
Zugleich räumt die Verwaltung ein, dass das mit dem Vergabeverfahren beauftragte Büro die ursprünglichen Kosten deutlich zu niedrig angesetzt habe. „Eine zukünftige Zusammenarbeit wird wahrscheinlich nicht mehr erwogen.“
Als einzige zusätzliche Maßnahme gegenüber der ursprünglichen Planung nennt die Verwaltung den geplanten Serverraum im Obergeschoss des Feuerwehrgerätehauses. Wie der Erste Beigeordnete Philipp Hänsel am Donnerstagabend im Bezirksausschuss erläuterte, soll dieser als weiterer Standort für die städtische IT dienen. „Im Falle eines außergewöhnlichen Ereignisses hätten wir hier in Lette mit einigen Kilometern Entfernung zum Rathaus einen weiteren Serverraum“, so Hänsel. Die Einrichtung würde rund 60.000 Euro kosten und damit ebenfalls zu den Mehrkosten beitragen. Hänsel spricht sich dennoch dafür aus: „Würden wir ihn nicht hier einbauen, dann müsste er ohnehin woanders hin“.
Ein Leser vermutete unterdessen, dass eine Trafostation auf dem Gelände zu Umplanungen und zusätzlichen Kosten geführt haben könnte. Auf Nachfrage der Redaktion erklärt die Verwaltung: „Die Abstimmungen und Festlegungen haben in 2022 zwischen den Stadtwerken und dem Tiefbau stattgefunden. Es ist immer schwierig, ohne dass eine konkrete Planung vorliegt, frühzeitig Standorte für Nebenanlagen festzulegen. Häufig stören sie, wenn die Planung konkret wird.“ Zusätzliche Kosten seien dadurch jedoch nicht entstanden. „Die Planung konnte den Standort integrieren.“
„Wir haben mit der Feuerwehr gesprochen, was man an Ausgaben reduzieren könnte, und auch über den Altstandort nachgedacht“, sagt Hänsel. „Doch all das bringt uns nicht zum Ziel.“ Als Maßnahmen, die nun getroffen werden, um Kosten zu sparen, wurden die automatische Toranlage und die geplante Hecke gestrichen. Auch der Fahrradunterstand wurde deutlich verkleinert: Seine Kosten sinken von rund 155.500 auf 45.500 Euro. Zudem soll überschüssiges Bodenmaterial von der Baustelle bei Ernsting’s family genutzt werden. Dadurch reduzieren sich die Kosten für die Geländevorbereitung voraussichtlich von rund 336.700 auf 197.200 Euro.
Auch zur Verzögerung des Projekts äußert sich die Verwaltung: Der Neubau sei zunächst zurückgestellt worden, weil andere Großprojekte wie die Modernisierung des Schulzentrums und der Umbau der Maria-Frieden-Grundschule erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen gebunden hätten. Da die weitere Planung nicht mit eigenem Personal begleitet werden konnte, wurde ein externes Büro hinzugezogen. „Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen“, heißt es aus der Verwaltung.
Aus der Politik kommt unterdessen die Forderung, das Vorhaben nun zügig umzusetzen. „Wenn wir uns bald nicht auf die Socken machen, sind wir nicht mehr bei acht, sondern bei zehn Millionen Euro“, warnt Reinhard Elsbecker (CDU). Auch Patricia Vogel (Pro Coesfeld) betont, man wolle jetzt „endlich vorankommen“. Beate Balzer (Grüne) fordert, dass die Umsetzung nun „zügig vonstatten“ geht. Entsprechend sprachen sich die Fraktionen im Bezirksausschuss einstimmig dafür aus, 7.950.000 Euro für das Projekt in den Haushalt einzustellen.
