Feuerwehr Coesfeld

Busunfall in Harle

Schwerer Busunfall in Harle, der Busfahrer stirbt.

„Ein Schock für uns alle“

Busfahrer stirbt

-ude- COESFELD. Die Stimme von Klaus Buckting klingt rau. „Das war ein Schock für uns alle“, sagt der Coesfelder Busunternehmer und kann auch Stunden nach dem schrecklichen Unfall seine Erschütterung nicht verbergen. Beim Frontalzusammenstoß eines seiner Busse mit einem LKW gestern Vormittag auf der B 525 in Harle kommt für den Fahrer jede Hilfe zu spät. Der 51 jährige Familienvater aus Hochmoor, der seit 16 Jahren für die Firma Buckting am Steuer sitzt, stirbt noch an der Unfallstelle. Neun weitere Personen werden verletzt, drei schwer.

Vom Abzweig in die Coesfelder Innenstadt bis zur Einmündung nach Gerleve ist die B 525 gesperrt. Dazwischen ein Bild des Schreckens. Mit solcher Wucht ist der Linienbus R 62, der von Darup in Richtung Coesfeld unterwegs war und vermutlich auf die Gegenfahrbahn geriet, in einen entgegenkommenden Lastwagen mit Anhänger gerast, dass sich die Front des Busses völlig im LKW-Führerhaus verkeilt hat. Ein Klumpen aus Blech und Scherben und den Resten technischer Geräte. Auf den ersten Lastwagen ist ein zweiter aufgefahren. Auch sein Führerhaus ist zerquetscht.
Die Straße ist mit Scherben übersät. Abgerissene Blechteile und Stücke von Stoßstangen liegen im Graben neben dem dunkelgrünen Oberteil des LKW-Führerhauses, das die Rettungskräfte abgetrennt haben, um den eingeklemmten Fahrer, einen 25-jährigen Rosendahler, zu befreien. Mit einer Leiter klettern sie aufs Dach des Busses, um von dort ins Führerhaus greifen zu können. Die Arbeit ist mühselig, aber erfolgreich. Der Mann kann schwerverletzt geborgen werden. Auch zwei der insgesamt sieben Fahrgäste im Bus tragen schwere Verletzungen davon. Der 35-jährige Fahrer des zweiten LKW, ein Sendener, muss zwar auch mit der Rettungsschere befreit werden, ist aber nur leicht verletzt. Aufatmen unter den Einsatzkräften. 33 Helfer aus dem Rettungsdienst sind vor Ort, 40 Mann der Löschzüge Coesfeld und Kirchspiel, 41 Polizeibeamte, später Sachverständige. Von drei Rettungshubschraubern wird nur einer gebraucht.
Auch Familie Deitert-Altrogge geht ins Haus zurück. Vor ihrem Hof ist der Zusammenstoß passiert. „Wir saßen beim Frühstück, als wir einen lauten Knall hörten“, sagt Maria Deitert-Altrogge. „Als wir rauskamen, sahen wir schon, dass andere Autofahrer mit Handys Polizei und Notarzt verständigten.“
Über die Unfallursache kann die Polizei bis gestern Abend keine Angaben machen. Sein Mitarbeiter sei ein erfahrener Fahrer gewesen, so Klaus Buckting. Fast 20 Busse seiner Firma sind für die Regionalverkehr Münsterland im Liniendienst unterwegs. „Einen so schweren Unfall hatten wir noch nie“, so Buckting. Und noch nie ist ein Fahrer ums Leben gekommen.


ZUM THEMA


Unfälle auf der B 525

Die Bundesstraße 525 (früher B 67) im Bereich des Abzweigs zum Kloster Gerleve ist seit Jahren schon eine sehr unfallträchtige Stelle. In der Unfallstatistik der Polizei sind ab 1998 folgende Unfälle vermerkt:
1998: Aus ungeklärter Ursache stürzte im September ein LKW-Anhänger hinter den Abzweig zum Kloster (Richtung Coesfeld) um, der Fahrer wurde schwer verletzt.
1999: Bei einem Unfall mit einem LKW und einem Fahrradfahrer wurde eine Person leicht verletzt.
2000: Ein Verletzter bei einem PKW-Alleinunfall.
hjb


Busfahrer hatte keine Chance


Erfahrener 51-jähriger gerät auf die Gegenspur / Lastwagen bohrt sich in Fahrersitz
 
von Stefan Werding

AZ Coesfeld (Westfalen) vom 24.10.2001

Coesfeld. Um 10:54 Uhr hätte Linienbus R 62 am Bussteig 2 des Coesfelder Bahnhofs ankommen sollen. Um 10:40 Uhr rast der mit sieben Fahrgästen besetzte Bus auf der B 525 zwischen Nottuln und Coesfeld in einen entgegenkommenden LKW. Aus Gründen, von denen die Polizei gestern Nachmittag keine Ahnung hat, gerät der Fahrer des Linienbusses auf Höhe des Klosters Gerleve offenbar auf die falsche Spur – mit tödlichen Folgen. Der Busfahrer stirbt an der Unfallstelle, neun weitere Menschen werden verletzt, drei von ihnen schwer.
Der 51-jährige Fahrer, Mitarbeiter des Coesfelder Busunternehmens Buckting, hatte keine Chance. Das Führerhaus des LKW bohrt sich in den Fahrersitz. Verhältnismäßig viel Glück hat der 25-jährige Fahrer des Lastwagens. Der Rosendahler ist zwar in seiner Fahrerkabine eingeklemmt, soll aber nach einer ersten Einschätzung des Notarztes nicht so schwer verletzt sein, wie es der Anblick seiner Fahrerkabine vermuten lässt. Sie muss aufgeschnitten werden. Ein Sprecher der Polizei schätzte später, dass der Mann etwa eineinhalb Stunden in den Resten seiner Fahrerkabine eingeklemmt war.
Im Einsatz waren insgesamt 3 Rettungshubschrauber – einer war auf dem Rückflug von einem Einsatz und bot seine Hilfe an. Letztlich benötigt wurde ein Helikopter, der laut Feuerwehrleitstelle eine Person mit schweren Kopfverletzungen ins Clemenshospital fliegt, eine weitere Person wird danach mit schweren Gesichtsverletzungen in die Uni-Klinik Münster gebracht. Die Linie 62 von Nottuln nach Coesfeld ist ein so genannter Regio-Bus, der stündlich fährt. Start ist am münsterischen Hauptbahnhof. Von dort fährt der Bus als R 63 bis Nottuln, wo er am Rhodeplatz zur R 62 wird. Der Regionalverkehr Münsterland (RVM) betreibt die Linie. Er beauftragt die Firma Buckting mit gelegentlichen Fahrten. der Fahrer, ein Familienvater, gilt bei seinem Arbeitgeber als „erfahren und sehr zuverlässig“. Er arbeitet seit 16 Jahren für das Unternehmen und ist die Strecke „schon seit Jahren gefahren“, sagte ein Mitarbeiter gegenüber unserer Zeitung.

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Ein Polizist steht in den Trümmern des Busses und des Lastwagens, die gestern zwischen Nottuln und Coesfeld ineinander gerast sind. Bei dem Unfall starb ein 51-jähriger Busfahrer. Foto: Jürgen Peperhowe

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