Feuerwehr Coesfeld

„Einsatz in der Fußgängerzone im Ernstfall Knifflig“

 

Feuerwehr übt Menschenrettung realitätsnah im Fotostudio Heuermann

-wi- Coesfeld. Dunkler Rauch und massiver Brandgeruch dringen durch die Schüppenstraße, die Quelle ist für die zusammenlaufenden Passanten am Dienstagabend gut sichtbar. Der Altbau, in dem sich das Fotostudio Heuermann befindet, steht in Flammen, mehrere Personen werden noch im Gebäude vermutet, zwei davon stehen auf einem Balkon und rufen um Hilfe, die Feuerwehr bahnt sich mühsam einen Weg durch die Schaulustigen, um die Drehleiter in Stellung zu bringen.
Zum Glück ist dieses Schreckensszenario in der Fußgängerzone reine Fiktion, eine Übung für den Löschzug I. „Im Ernstfall ist ein solcher Einsatz recht knifflig“, verrät Gerd Michels, der gemeinsam mit Franz-Josef Leifeld die Übung vorbereitet hat. „Die verschachtelten und eng aneinander liegenden Altbauten in der Innenstadt sind zwar schmal, dafür aber oft recht hoch. Fluchtmöglichkeiten gibt es nur nach vorne und hinten heraus, Brandrauch würde sich über die schmalen, offenen Treppenhäuser sehr schnell ausbreiten“, erklärt Michels.
Inzwischen hat sich die Drehleiter auf der Schüppenstraße in Stellung gebracht und beginnt damit, die ersten Vermissten, gespielt von Hartwig Heuermann und seiner Familie, vom Balkon zu retten. Zeitgleich dringen Trupps unter Atemschutz von vorne und hinten in das Gebäude ein, um weitere Personen zu suchen. Einsatzleiter Christoph Bäumer sieht auch hier einige Schwierigkeiten: „Die Hinterhöfe und Rückseiten der Gebäude sind extrem schmal. Mit Großfahrzeugen kommen wir dort nicht heran. Wir müssen also schmale Steckleitern zur Menschenrettung und das Material zur Brandbekämpfung zum Gebäude tragen. Außerdem sind die Geschosshöhen in Altbauten anders als wir es gewohnt sind. Auf der Vorderseite behindern die überall gespannten Drahtseile und die großen Bäume zusätzlich den Einsatz der Drehleiter. Im Ernstfall müssten Seile und Bäume uns aber wohl weichen“, grinst Bäumer und gibt über Funk Befehle weiter. Im Inneren des Gebäudes haben die Wehrmänner inzwischen alle noch vermissten Personen gefunden und retten sie über das Treppenhaus. Kurze Zeit später ist das angenommene Feuer erfolgreich bekämpft und die Übung abgeschlossen. Zugführer Georg Wolter ist mit der Arbeit seiner Männer voll zufrieden. „Das war eine saubere Übung. Die Trupps haben koordiniert und präzise zusammengearbeitet, es kam keine Hektik auf. So soll es sein“, lobt Wolter die Arbeit seiner Kameraden. Auch Hartwig Heuermann, der sein Haus mitsamt seiner Familie zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt hat, hat ein gutes Gefühl: „Das sah schon gut aus, wie ihr uns hier gerettet habt“, sagt er zu Wolter. „Im Ernstfall mache ich mir keine Sorgen“.
Eine Sache stört die Wehrmänner dann aber doch. „Viele Passanten in der Fußgängerzone haben sich genau in unseren Arbeitsbereich gestellt, um möglichst gut sehen zu können“, sagt Franz-Josef Leifeld. „Zum Glück war es nur eine Übung, aber Schaulustige behindern unsere Arbeit enorm“, ergänzt er und hofft, dass die Menschen im Ernstfall vernünftiger reagieren, damit auch dann alles so reibungslos klappt wie in der Übung.

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