Drei Millionen Euro fehlen für Gerätehaus in Lette
Von Jürgen Steindle
Allgemeine Zeitung Coesfeld vom 17.09.2026
LETTE .Die Bombe platzte unvermittelt: Im Verlauf der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses in Lette am Dienstagabend verkündete der Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt der Stadt Coesfeld, Ralf Brinkmann, die im wahrsten Sinne des Wortes „brandaktuelle Entwicklung“ in Sachen Neubau des seit Jahren geplanten Feuerwehrgerätehauses: „Wir wissen jetzt sicher, dass wir mit den veranschlagten Mitteln von 5,1 Millionen Euro nicht hinkommen“, erklärte Brinkmann. „Stattdessen rechnen wir jetzt mit etwa acht Millionen.“
Intern suche die Verwaltung gerade „händeringend“ nach Lösungen, um die Finanzierungslücke von etwa drei Millionen Euro zu schließen. Aus diesem Grund lasse sein Fachbereich die laufenden Planungsarbeiten zunächst ruhen. Die Mitarbeiter und er sammelten zurzeit weitere Ideen, um die Kosten zu reduzieren. „Vieles ist schon in die Planung eingeflossen, aber es fehlt noch viel, das aktuell nicht finanzierbar ist“, sagte Brinkmann.
Für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Lette sei das alles andere als eine gute Nachricht, so die einhellige Meinung der Ausschussmitglieder. Schließlich seien die politischen Beschlüsse für den notwendigen Neubau lange gefasst und der Prozess schon längst auf den Weg gebracht worden. Der Neubau anstelle des nicht mehr den Anforderungen entsprechenden Gerätehauses am Gemeindeplatz sei nun mal eine Pflichtaufgabe, bei deren Umsetzung die Verwaltung gefordert sei.
„Vieles ist schon in die Planung eingeflossen,
aber es fehlt noch viel, das aktuell nicht finanzierbar ist.“
Fachbereichsleiter Ralf Brinkmann
So machte auch Christian Bieber (CDU), als sachkundiger Bürger im Ausschuss, unmissverständlich klar: „Wir können ja jetzt kein halbes Feuerwehrgerätehaus bauen – da muss nachgebessert werden.“ Im weiteren Verlauf der Diskussion wünschte sich der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Bernhard Kestermann (CDU), konkrete Aussagen der Verwaltung, an welchen Stellen denn überhaupt gespart werden könne. Paul Schmitz (SPD) wollte wissen, ob die Kosten aufgrund geänderter Auflagen gestiegen seien, oder ob die allgemeinen Preissteigerungen Auslöser der explodierenden Kosten sind. „Davon unabhängig brauchen wir aber jetzt einen Finanzierungs- und Baubeschluss“, forderte Schmitz.
Rudolf Segeler (CDU) sprach den zahlreichen Zuhörern im Heimathaus aus dem Herzen: „Die Wehrleute riskieren täglich für uns im Einsatz ihr Leben und haben es schlichtweg verdient, ein geeignetes Gerätehaus zu bekommen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Deshalb müssen wir jetzt Gas geben und den Bau realisieren.“
Die Frage von Patricia Vogel (Pro Coesfeld) an Ralf Brinkmann nach dem weiteren Vorgehen in dieser Angelegenheit, konnte der Fachbereichsleiter am Dienstag noch nicht ausreichend beantworten: „Das ist momentan noch ein Blick in die Glaskugel.“ Er versicherte allen Anwesenden aber, in der nächsten Sitzungsfolge Vorschläge zu unterbreiten, wie das Projekt nun endgültig zu realisieren sei, damit im kommenden Jahr mit dem Bau doch noch begonnen werden könne.

Foto: Rita Kleinschneider