Feuerwehr Coesfeld

So sieht Phillips Alltag künftig aus

Phillips künftiger Alltag

Zwei Pflegekräfte kümmern sich um den 17-Jährigen / Anwendungen im Haus Hall
von Uwe Goerlich

COESFELD. Der Alltag von Phillip wird ab dem kommenden Montag so aussehen, dass er einen festen Tagesrhythmus hat.

Er wird morgens gegen 7.45 Uhr von einem Spezialbus der Behinderteneinrichtung Haus Hall mit anderen Behinderten abgeholt, wo er im Regelfall den Vormittag verbringt. Dort kann er nicht nur mit anderen Menschen zusammen sein, sondern er bekommt jeden Tag auch weiterhin Anwendungen im Bereich Ergo-Therapie und Krankengymnastik. Diese Anwendungen bekommt er teilweise auch zu Hause.

Wenn er sich dort aufhält, kümmern sich neben den Eltern vor allem zwei weibliche Pflegekräfte um ihn, die aus Rumänien stammen und von der Versicherung bezahlt werden. Untergebracht sind die 23- und 24-Jährige in einer nahegelegenen Mietwohnung. Die Beiden bleiben etwa drei Monate und wechseln sich mit zwei weiteren Frauen aus Rumänien im vierteljährlichen Rhythmus ab. Eine der Frauen wird jeweils in einem Nebenzimmer von Phillip Nachtwache halten und ihn während der Zeit alle drei Stunden in eine neue Position bringen, damit er sich nicht wund liegt.

Nahrung nimmt Phillip im Regelfall über eine Magensonde auf, über die er normale Nahrung (zerkleinert und eingeweicht) ebenso zugeführt bekommt wie seine Medikamente. Gegen 20 Uhr wird Phillip nach den Pflegemaßnahmen ins Bett gebracht. Auch als Wachkoma-Patient schläft er übrigens mit geschlossenen Augen.


Chronologie

– Ende April 2010: Phillip Warmers erleidet bei einem Schulwegunfall schwerste Verletzungen, als ein Kleinbus in eine Schülergruppe fährt

– Phillip wird einige Monate in der Heliosklinik (Hattingen) behandelt

– Gut zwei Jahre lang wird Phillip im Betreuungszentrum St. Arnold versorgt

– Phillip zieht im August 2013 ins Elternhaus, das entsprechend seinen Bedürfnissen ausgestattet ist.


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Das Wort „home“, also Zuhause, drückt all das aus, was die Familie Warmers fühlt, seitdem das Wort auch endlich wieder für ihren Sohn und Bruder Phillip gilt.
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Auf Spezialgeräten wie diesem muss Phillip immer wieder trainieren, um beweglich zu bleiben und die Muskeln aufzubauen.

Danke

sagen wir von Herzen allen, die uns in der schweren Zeit
seit dem Unfall von Phillip vor 3,5 Jahren beigestanden haben.
Jeder auf seine Weise: mit Gesten, tröstenden Worten
oder mit Geldspenden und ganz besonders für die große
Hilfsbereitschaft in der Bauphase.
Ohne sie alle wäre der behindertengerechte Hausbau
nicht möglich gewesen.
Ein ganz besonderer Dank gilt unseren Arbeitgebern,
der Allgemeinen Zeitung und den Stadtwerken Coesfeld für ihr
Entgegenkommen, uns freizustellen, wann immer es nötig war.
Danke auch unseren Kollegen für ihre Unterstützung.

Nun können wir endlich sagen:

„Phillip, willkommen Zuhause!“

Für unsere Familie ist es ein tolles Gefühl,
dass Phillip wieder mit uns unter einem Dach leben kann.
Die Zukunft wird manche Herausforderung für uns bereithalten,
aber wir nehmen unser Schicksal gemeinsam in die Hand und
so werden wir es meistern.

Christiane, Berthold und Steffen Warmers

 

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vom 10.08.2013

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