Feuerwehr Coesfeld

Der Tag danach: „Kyrill“ richtet großen Schaden an

Coesfeld. Auf der Lindenallee ist es besonders schlimm. Soweit das Auge reicht umgestürzte Bäume, zersägt und an den Straßenrand geschoben, entwurzelte Stämme, aufgeschichtete Äste mitten auf der Fahrbahn. Kein Durchkommen. Die Straße ist komplett gesperrt. „Kyrill“, der heftigste Orkan, der in den letzten Jahrzehnten übers Land gefegt ist, hat in Coesfeld viel Schaden angerichtet. „Bis jetzt haben Feuerwehr und Technisches Hilfswerk im gesamten Stadtgebiet rund 130 Einsätze absolviert“, berichtet Stadt-Sprecherin Doris Heitz gestern Mittag. Seit Donnerstagnachmittag sind die Helfer zum Teil ununterbrochen unterwegs. Theo Reckert, Leiter des Baubetriebshofs, hat die Einsätze seiner 40 Mitarbeiter noch gar nicht gezählt. „Das geht non stop“, sagt Heitz. Der Schaden sei noch größer als beim Schneechaos letzten Winter.
Vor allem umgestürzte Bäume müssen die Helfer wegräumen – in riesiger Zahl. „Was beim Schneebruch noch stehen geblieben ist, das hat der Sturm jetzt geschafft“, klagt Reckert. Dr. Hans-Jochen Meyer-Ravenstein, Leiter der Fürstlichen Rentei, ist geschockt vom Ausmaß des Schadens: „Es ist verheerend. Im Moment kommen wir in unsere Wälder kaum rein, weil die Straßen unpassierbar sind“. In der Coesfelder Heide sei der Schaden mindestens so schlimm wie nach dem Schneebruch. „Jetzt müssen wir erstmal unsere Gebäude frei sägen und uns dann einen Überblick verschaffen.“
Auch Gebäudeschäden beklagt Meyer-Ravenstein – wie zahllose Coesfelder. Vor allem Wassereinbrüche und kaputte Dächer sorgen dafür, dass sich die Auftragsbücher der Handwerker blitzschnell füllen. „Wir sind ohne Ende unterwegs“ sagt Stefan Wittenberg vom gleichnamigen Dachdeckerbetrieb. Ohne Pause klingeln die Telefone der Versicherungen. Bis zum Mittag hat Josef Benning (LVM) über 100 Anrufe gezählt. Abgedeckte Dächer und beschädigte Autos melden die Kunden vor allem. „Sturmschäden am PKW sind durch die Teilkaskoversicherung abgedeckt. An Häusern greift die Gebäudeversicherung“, so Benning.
> Die Verantwortlichen warnen dringend davor, in den nächsten Tagen im Wald spazieren zu gehen.

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An der Lindenallee ist der Schaden riesig. Diese Bäume liegen in einem Vorgarten und haben den Zaun zerstört. Dachdecker Stefan Wittenberg im Einsatz

Außenbereich im Dunkeln
Leitungen beschädigt

-ude- Coesfeld. Während „Kyrill“ über Coesfeld tobte, saßen viele Anwohner im Außenbereich im Dunkeln. Vor allem in Stevede, Flamschen, Beikel und Teilen von Goxel gingen die Lichter aus. „An mehreren Stellen waren Bäume in die Leitungen gestürzt“, nannte Stadtwerke-Sprecher Ludger Waltering den Grund. Mit schwerem gerät unterstützt vom THW waren die Mitarbeiter im Einsatz. Unweit der Marienburg war am Donnerstagabend die 10 KV-Leitung beschädigt worden. Wie die Feuerwehr mitteilte sprühten die Funken.

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Auch wenn es schön aussieht, – in dem Moment, als die 10-KV-Leitung unweit der Marienburg birst, gehen in vielen Häusern die Lichter aus.
Fotos (2): Frank Wiesmann

Sturm bläst Lastwagen um
Leitungen beschädigt

Wie ein Spielzeugauto kippte dieser Lastwagen um, als eine Sturmböe ihn erfasste, und blieb seitlich der B 474 unweit von Möbel Boer liegen. Die Feuerwehr rückte zum Unfallort aus. Der Fahrer, ein junger Mann, der nach Angaben der Wehr erstmals mit einem nagelneuen Auflieger unterwegs war, blieb unverletzt.

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