Im Kampf gegen die Flammen mitten in der Nacht
Allgemeine Zeitung Coesfeld vom 18.08.2026
von Jule Müller
COESFELD/HÜRTGENWALD Um 16 Uhr wird Michael Großfeld am Freitagnachmittag alarmiert: Waldbrand im Hürtgenwald. Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt dem Feuerwehrmann nicht. Er stimmt sich kurz mit seiner Familie ab, packt ein paar Sachen zusammen und macht sich auf den Weg. „Es war klar, dass der Einsatz über 24 Stunden dauert“, sagt er. Ein wenig Vorbereitung müsse da schon sein.
Kurz darauf werden in der Coesfelder Feuerwache die Fahrzeuge bestückt. „Wir wissen ja nie, was uns vor Ort erwartet.“ Die Einsatzkräfte aus dem Kreis Coesfeld sammeln sich zunächst an der Wache, bevor es gemeinsam nach Gelsenkirchen geht. Dort treffen sie auf die weiteren Kräfte der Bezirksbereitschaft Coesfeld-Gelsenkirchen. „Dann ging es Richtung Düren“, berichtet Großfeld. Gegen 21 Uhr kommt die Einheit dort an, zunächst gibt es Verpflegung.
Um Mitternacht geht es für die Feuerwehrleute schließlich ins Einsatzgebiet. „Morgens um sieben Uhr waren wir wieder im Bereitschaftsraum.“ Sieben Stunden lang haben Großfeld und seine Kollegen in der Nacht daran gearbeitet, den Waldbrand einzudämmen. „Unsere Aufgabe war es, das Feuer bis zur Haltelinie einzugrenzen“, erklärt der Feuerwehrmann.
Förster hatten zuvor bereits Schneisen geschlagen, die Bundeswehr Wege vorbereitet. Anders als bei anderen Waldbrandeinsätzen durften die Feuerwehrleute den Wald jedoch nicht betreten. Der Grund: eine hohe Munitionsbelastung im Boden. Stattdessen mussten sie Abstand zum Feuer halten und vor allem verhindern, dass sich die Flammen weiter ausbreiten. „Da geht der Eigenschutz dann vor“, sagt Großfeld. Rund sieben Meter vom Brand entfernt arbeitete er an der Haltelinie.
Anwohner habe er während des Einsatzes nicht gesehen. „Wir waren nicht in der Nähe der Ortschaften, sondern außerhalb der Wohnbereiche unterwegs.“ Die Stimmung unter den Einsatzkräften sei dennoch durchweg gut gewesen. „Alle waren motiviert und engagiert dabei. Wir haben die ganze Nacht durchgemacht.“ Dass ein solcher Einsatz anstrengend ist, wisse man schließlich vorher.
Für Großfeld war es nicht der erste Einsatz bei einem Waldbrand. Vor einigen Jahren war er bereits bei einem ähnlichen Einsatz dabei. In der Umgebung von Coesfeld habe es solche Einsätze bislang zum Glück nicht gegeben. Mit zunehmender Trockenheit steige die Gefahr allerdings. „Bei so langen Trockenphasen ist die Gefahr natürlich größer, vor allem in der Erntezeit“, sagt er. „Eigentlich können wir in Coesfeld froh sein, dass noch nicht mehr passiert ist. Wir haben hier einige Waldgebiete mit viel Totholz.“ Immerhin seien die Waldflächen hier deutlich kleiner als bei seinem jüngsten Einsatz im Hürtgenwald.
Um 8 Uhr am Samstagmorgen haben sich die Feuerwehrleute schließlich auf den Heimweg gemacht. Gegen 12 Uhr waren sie wieder in Coesfeld. Im Hürtgenwald gehen die Arbeiten der Einsatzkräfte unterdessen weiter. Die akute Gefahr sei nach den jüngsten Informationen aber zunächst gebannt. „Da hat mit Sicherheit auch der Regen mitgeholfen“, sagt Großfeld.

